Green City Freiburg
Das Fahrrad hat eine lange Tradition im badischen Freiburg. Bereits 1882 gründete sich hier ein „Velocipedisten-Club”. Zu dem Zeitpunkt wurden gerade die anfänglichen Laufräder durch sogenannte Velocipede ersetzt, was so viel heißt wie „Schnellfüße”. Sie hatten erstmals einen Vorderantrieb mit Pedalen. Nicht nur aus diesem Grund rühmt sich das „Tor zum Schwarzwald” als Fahrradstadt. Im letzten Jahr erhielt sie unter anderem das fünf Jahre lang gültige Zertifikat vom Land Baden- Württemberg als „Fahrradfreundliche Stadt”. Die Bemühungen hierfür sind allerorts erkennbar. Die Verkehrsführung ist in vielen Straßen auf die täglich 35.000 Radfahrer zugeschnitten, die in und durch Freiburgs Innenstadt strampeln. 70 Prozent der Einbahnstraßen sind für Radler freigegeben und die große Anzahl der Tempo-30-Zonen sorgt zudem für Fahrradfreundlichkeit. Zahlreiche Abstellplätze, im Bahnhof sogar bewacht, Straßenmarkierungen und Wegweiser durchziehen die gesamte City. Vorbildlich ist ebenso die Idee der Scherben-Hotline. Aber auch was die Klimaziele betrifft, mischt Freiburg vorne mit. Seit 2010 ist sie „Bundeshauptstadt im Klimaschutz”. Sie gewann den Wettbewerb vor Frankfurt am Main und Heidelberg.
Erst mal ins Radlabor
Wie sitze ich richtig auf dem Sattel? Wie kann ich meine Kraft richtig einsetzen und wie vermeide ich lästige Schmerzen beim Fahrradfahren? Wer sicherstellen will, dass Tritt, Kraft und Haltung stimmen und Fehlbelastungen vermieden werden, der besucht am besten zuerst mal das Freiburger Radlabor. Hobbyradler bekommen hier ihr Velo auf ihre eigenen Maße optimal eingestellt. Und wer es noch genauer wissen will, der macht eine Pedalkraftanalyse oder testet sein physisches Potenzial bei einer Leistungsdiagnostik. www.radlabor.de
I bi gfahre mit em Velo
Die meisten der jährlich rund 3,5 Millionen Besucher kommen vorwiegend wegen der reizvollen Altstadt und dem Wahrzeichen der Stadt, dem Münster. Und wegen der „Freiburger Bächle”, die allerorts gemächlich durch die Gässle plätschern. Als Wasserläufe der Dreisam, die durch die gesamte Stadt fließt, waren die Bächle einst Wasserversorgung und Schmutzwasserkanal für die Altstadt. Heute werden sie an heißen Tagen gerne für ein kühlendes Fußbad genutzt. Doch Achtung: Einem Sprichwort zufolge wird derjenige, der unbeabsichtigt in eines der Freiburger Bächle tritt, einen Freiburger oder eine Freiburgerin heiraten. Die historische Innenstadt ist schnell durchlaufen und darf teilweise auch mit dem Fahrrad durchfahren werden. Reizvoller für Radler ist allerdings die Landschaft um die Altstadt herum, mit ihrer perfekten Kulisse von einrahmenden Schwarzwaldbergen. Mit mehr als 1.000 Metern ist Freiburg unter den deutschen Großstädten jene mit dem größten Höhenunterschied innerhalb des Stadtgebiets. Unweit der Altstadt, am Eingang des Dreisamtals auf einem Bergsporn des Schwarzwaldes, errichteten die Herzöge von Zähringen im Jahr 1091 das Burghaldenschloss, das dem Berg seinen Namen Schlossberg gab. Von oben bietet sich eine fantastische Aussicht auf die Stadt und das Rheintal. Für Radfahrer ist die Fahrt nach oben recht steil. Empfehlenswerter ist der Serpentinen-Anstieg zu Fuß vom Schwabentor aus. Ganz gemütlich wiederum geht es mit der Bergbahn vom Stadtgarten aus hoch.
Historisch, zukunftsweisend und kontrastreich
„Klar”, sagt Fernando Schüber, „man muss die Innenstadt gesehen haben. Aber was Freiburg wirklich ausmacht, ist etwas anderes.” Schüber hat als Ex-Marathon-Läufer wortwörtlich umgesattelt und bietet jetzt Stadtführungen per Rad und Fahrradverleih in Freiburg an. Er will die andere Stadt zeigen, die innovative Seite, die Green City. Innovativ geht es bereits los am imposanten Gebäudekomplex, in dem er sein Büro hat und das Fahrradparkhaus beheimatet ist. Ein architektonischer Brückenschlag vom Auto zum Fahrrad, denn das Gebäude sieht aus wie ein Autoreifen ohne Felge. Auf der dreistündigen Tour vermeidet er gerne den Dreisam-Uferradweg. „Idyllisch, aber die reinste Autobahn und während der Stoßzeiten nicht ungefährlich.” Er führt seine Velo- Touristen lieber aufs Wasserschlössle nach Rieselfeld und Vauban. Diesem Teil der Stadt verdankt Freiburg unter anderem seinen Titel als Solarhauptstadt. „Ich erzähle gerne vom Mauerfall in Berlin an dieser Stelle und warum auch Freiburg davon profitiert hat in 800 Kilometern Entfernung”, erzählt Schüber und freut sich, wenn ihn auf die Aussage hin verwunderte Mienen anschauen. Dabei ist das Geheimnis nur ein kleines: Dank des Mauerfalls 1989 zogen 1992 auch die französischen Alliierten aus Freiburg ab, was der Stadt riesige freie Flächen bescherte. Hier entstand die erste Solarsiedlung Deutschlands und damit das größte Vorzeigeprojekt in diesem Bereich. Er freue sich, sagt er, dass Gäste immer enorm erstaunt seien über die Kontraste, die sie zu sehen bekämen auf seiner Tour. Seit Kurzem bietet er einen Teil der 15 Kilometer langen Route auch als Sightrunning für Gäste an, die sich lieber statt den Allerwertesten platt zu sitzen, sich die Füße platt laufen möchten. www.freiburg-aktiv.de
Dem Schwarzwald so nah!
Egal in welche Himmelsrichtung geradelt wird, der Schwarzwald ist gleich um die Ecke. Gen Osten geht es entlang der Dreisam auf dem Dreisamtal-Radweg mit einer Länge von circa 40 Kilometern und rund 130 Höhenmetern, die es zu überwinden gilt, zum Fuße des Hochschwarzwalds. Hier beginnt auch der Naturpark Südschwarzwald, den durch seine besondere Lage in unterschiedlichen Klimabereichen und mit verschiedenem Gesteinsuntergrund eine extrem artenreiche Pflanzenwelt auszeichnet. Richtung Westen geht es durch idyllische Weinanbaugebiete bis zum Kaiserstuhl und in südwestlicher Richtung ins Markgräflerland, das so gerne als Deutsche Toskana bezeichnet wird. Mit seinen vielen Hügeln und Kuppen ist es eine typische Übergangslandschaft zwischen der Rheintalebene im Westen und dem Hochschwarzwald im Osten.
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![]() Für Sonnenanbeter im Frühling ideal, weil auf der Strecke gelegen, ist das Waldsee Restaurant. Bei gutem Wetter sitzt es sich hier idyllisch am kleinen See. Die Speisekarte mit frisch zubereiteten Speisen beinhaltet auch eine reiche Auswahl an vegetarischen Spezialitäten. Wer am Ende der Runde in der Nähe vom Bahnhof einkehren möchte, dem empfiehlt sich die schnörkellose, aber gemütliche Atmosphäre des „Paradies” in der Mathildenstraße 28. Auch für fleischlose Genießer gibt es ein großes Angebot. Die ersten Sonnenstrahlen nimmt man am besten im Biergarten-Paradies zu sich. |
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Gut zu wissen |
| Frühlings-Tipp: Der Tipp ist der Frühling selbst. Mit seiner südlichen Lage gilt Freiburg als eine der wärmsten Großstädte Deutschlands. Dank des warm- und feucht-gemäßigten Klimas zeigen sich hier die Frühblüher und Mandelbäumchen schon ab Februar in den schönsten Farben. Gleichzeitig kann man zu dieser Zeit im Schwarzwald noch auf den Bergen Ski fahren. Wenn also die Ersten kurzärmelig im Café sitzen, kann es sein, dass andere im Ski-Anzug vorüberziehen und auf dem Weg in die Berge sind. |







