Fitness & Sport
Barbara BeckerStraffer Körper mit dem
neuen MIAMI-Programm
Mode & Trends
Green wedding – gar nicht bieder

Radlhauptstadt München

Radlhauptstadt” nennt sich München selbst, seit der Stadtrat 2008 entschied, die Münchner zukünftig zum Radln zu bewegen. Seither hat sich viel getan. Eine gewisse Fahrradkultur ist auch bei den früher so autofanatischen Münchnern eingetreten. Der Anteil der Radfahrer im Stadtgebiet hat sich entsprechend verdreifacht seit 1996 und liegt jetzt bei 17 Prozent. Die „Radl-Kampagne” führte auch bezüglich der Stadtentwicklung zu einigen Verbesserungen. So wurden viele Einbahnstraßen für den Radverkehr freigegeben, Radwegenetze erweitert und unlängst
Tempo 30 in der gesamten Münchner Altstadt eingeführt, was das Fahrradfahren auch für Touristen entspannter gestaltet. Kuriositäten, denen man begegnet, wie das Schild „Radfahrer absteigen” auf dem Radfahrweg oder die wohl steilste Radfahrerrampe der Welt, auf der nur Bodybuilder ihr Radl hochtragen können, machen München nur noch sympathischer.

Mia fa‘n mitm Radl
In der Landeshauptstadt ist für Radl-Touristen eine Tour durch den Englischen Garten, Münchens grüner Lunge, ein Muss. Der Englische Garten gehört zu den größten innerstädtischen Grünanlagen der Welt, die sich vom Hofgarten an der Residenz bis in die nördlichen Isarauen erstreckt. Er besteht aus einem südlichen Teil zwischen dem Haus der Kunst und dem Seehaus am Kleinhesseloher See und einem nördlichen Teil vom Isarring bis zum Föhringer Ring, der auch als Hirschau bezeichnet wird und etwas landschaftlicher als der Parkteil im Süden erscheint. Ebenso beliebt bei den Einheimischen sind als Ausflugsziel die Isarauen am Rande Münchens als Ausläufer des Englischen Gartens. Der Auwald bietet zahlreiche Rad- und Wanderwege. Zwischendurch lohnt sich immer der Gang ins kühle Nass, denn in der Isar kann man vielerorts noch baden. Was natürlich besonders Rad fahrenden Familien mit kleinen Kindern Spaß bringt.

Großstadt-Dorf
„München ist ein Dorf”, das sagen selbst die Münchner von ihrer Stadt. Im Stadtteil Haidhausen ist die dörfliche Idylle noch erlebbar. Mit dem Radl die Isar entlang, vorbei am Gasteig, Münchens kulturellem Zentrum, und dann zum Beispiel in die Preysingstraße. Pittoreske historische Häuschen erzählen hier von alten Zeiten. Wem es nach typisch bayerischem Schweinsbraten vom Bio-Metzger ist, der sollte unbedingt ins „Kloster” einkehren. Bei gutem Wetter sitzt man draußen lauschig und autofrei unter Lampions. Dann lässt die Stille die Großstadt kaum vernehmen. Ein paar Ecken weiter in der Pariser Straße mit ihrem herrlichen Altbau-Bestand reihen sich kleine Cafés, Kneipen und Läden aneinander. Ins „Kosy’s” lohnt sich ein Abstecher, um in originell heimeliger Atmosphäre den besten Kakao und selbstgebackenen Kuchen zu genießen. Und nebenbei kann man hier noch feinste Schokolade und liebevollen Schnickschnack kaufen. Kosy’s, Pariser Straße 50.

Zünftig durch die Bierstadt
Der Gerstensaft ist Münchens Lieblingsgetränk und wer die Stadt kennenlernen will, kommt an der Brauereikunst nicht vorbei. Praktisch, wenn man auf dem Sattel sitzt und nicht im Auto. Denn Julian Buddeus von Spurwechsel führt Radler nicht nur durch Münchens berühmtesten Biergarten am Chinesischen Turm, sondern auch zur Bierprobe zu einer der ältesten Brauereien, die heute noch auf alte Art obergäriges Bier produziert. Historische Anekdoten hat Buddeus viele im Repertoire. Besonders gern wird vom Brand der Oper im Jahr 1824 erzählt. „Damals gab es nur wenige Hydranten und zu dieser Jahreszeit waren die Löschteiche zugefroren. So musste man auf das Brauwasser des Hofbräuhauses zurückgreifen. Und ja, vielleicht war da auch a bisserl Bier dabei”, sagt er. Auch von den Bierschlachten und der Entstehung der ‚Russn-Maß’ hat er zu berichten. Und wer heuer noch nicht genug hat, der macht noch eine Runde bei zünftiger Brotzeit in der Party-Tram, mit viel Bier versteht sich. www.spurwechsel-muenchen.de.

Mit strammen Wadln hinaus
Sobald der Schnee geschmolzen ist, beginnt die Ausflugs-Saison an die Seen rund um München. Dem Frühling am Chiemsee, auch das „Bayerische Meer” genannt, zu begegnen, ist von München aus ganz einfach. Mit der S-Bahn geht es in einer Stunde nach Prien. Die Mitnahme von Fahrrädern ist in S- und U-Bahnen sowie in freigegebenen Regionalzügen erlaubt, aber kostenpflichtig. Ab Prien führt der Chiemsee- Uferweg rund um den größten See Bayerns, meist direkt am Ufer entlang. Die Rundtour mit herrlichem See- und Alpenpanorama hat nur wenige und sanfte Steigungen. Man kann die Route auch halbieren und mit dem Schiff zurückfahren oder die „Chiemseeringlinie” nutzen, die einen Fahrradanhänger hat.

Ein Muss ist der Besuch im Biergarten am Chinesischen Turm.
 
Bei der Münchner Biertour erfahren die Besucher auch, dass einst der Brand der Oper mit Bier gelöscht wurde.
     
Wer sich traut, kann auch mal nackt aufs Rad steigen. In München ist das in der Nacktradelgruppe möglich.
 
Blick vom Englischen Garten auf die Stadtsilhouette.
     
     
   

Pommes an der Imbissbude?
Weit gefehlt. Wer sich im Szene-Stadtteil Schwabing ein paar heiße Stäbchen in der belgischen Pommesboutique bestellt, dem widerfährt ein Geschmackserlebnis. Der Kartoffelsnack wird nach original belgischem Vorbild frisch zubereitet und zweimal geröstet. Auf gefrorene Produkte wird dabei verzichtet. In dem stylishen Ambiente gibt es aber auch Currywurst und Bärlauchbratwurst in bester Bio-Qualität, Feta in Sesam-Nuss-Kruste oder vegetarische Rohkost in der Tüte mit Sour Cream.
Pommesboutique, Amalienstraße 46, Schwabing.

Gut zu wissen
In fast jedem Stadtteil ist ein „Radlmö”, bayerisch für Fahrradverleih, zu finden. City-Räder, Trekking-Räder oder E-Bikes bietet zum Beispiel der Radlverleih Süd, der die Räder auch bringt und wieder abholt.
www.fahr-mit-rad.de
Mikes Radverleih hat zusätzlich Kinderfahrräder in allen Größen vorrätig und für Kinder, die zu groß für den Kindersitz, aber zu klein zum Selberfahren sind, ist das Anhängerad ideal.
www.mikesbiketours.com

 

Frühlings-Tipp:
San dia etwa nackert? Warum nicht Luft, Natur und Sonne auf die nackte Haut lassen, Alltagszwänge mit der Kleidung abstreifen und Nacktradeln bei einer Tour durch die Isarauen? Wenn das Wetter fröhlich stimmt, dann geht es zur „Via Bavarica Nudensis”, wie die Gruppe der Münchner FKKler, Nudisten und Naturisten ihre Route nennt. Eine große Portion Mut gehört freilich dazu. www.nacktradeln.de

1  2  3  4  5