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Green Wedding

KATHARINA SEIDL
Immer mehr Brautpaare wollen den grünen Gedanken auch bei ihrer Hochzeit umsetzen. Der „Green Wedding”-Trend kommt, natürlich, aus den USA und wird auch in Deutschland immer beliebter. Mit diesen Tipps wird die Hochzeit zum schönsten – und vielleicht nachhaltigsten – Tag in Ihrem Leben.

 

Vorzeige-Grüne verschicken ihre Einladungen per E-Mail. Wem das nicht chic genug ist, der sollte auf Karten aus Recycling- oder Naturpapier zurückgreifen. Eine ganz besondere Idee sind blühende Karten. In das handgeschöpfte Büttenpapier werden Gänseblümchen- Samen eingearbeitet. Pflanzen die Gäste die Einladungskarten ein, löst sich das Papier auf, die Samen beginnen zu sprießen und zu blühen. Praktisch: Das blühende Papier ist kompatibel für fast alle Drucker! Je Blatt um 2 Euro. Über www.perfectday-online.de.

Toskana oder Lanzarote? In der Tat gibt es unter bekennenden Weltenbummlern den Trend, an einem möglichst exotischen Ort zu heiraten. Ökologisch sinnvoll ist so eine Location allerdings nicht. Suchen Sie also lieber eine ansprechende Lokalität in der Umgebung, die für die meisten Hochzeitsgäste gut zu erreichen ist. Das kann ein nahe gelegener Guts- oder Demeterhof oder ein Weingut der Region sein. Keine Angst, die Hochzeitsgesellschaft wird es freuen, Kosten für Flug und Hotel zu sparen. Zudem unterstützen Sie die lokale Wirtschaft.

Auf die Festtafel gehören saisonale und regionale Spezialitäten. So vermeiden Sie, dass Lebensmittel um die halbe Welt transportiert werden. Fair gehandelter Kaffee und ökologisch angebauter Wein sind inzwischen in jedem Supermarkt erhältlich. Auch wenn niemand an diesem besonderen Tag Hunger leiden soll, muss nicht maßlos aufgetischt werden. Bleiben dennoch Kuchen- und Tortenstücke übrig, nehmen Ihre Gäste die süßen Leckereien sicher gerne mit nach Hause. Mit Papptellern und Alufolie zu hantieren ist meist lästig. Eine nette Idee sind daher handliche und hübsche Kuchen-Boxen aus Pappe. Über www.cake-box.de, ca. 16 Euro für 10 Boxen.

Damit Ihrer Hochzeit keine schlechte Öko-Bilanz blüht, sollten Blumen aus fairem Handel oder aus der Umgebung stammen. Ein buntes Blüten-Potpourri erhalten Sie, wenn die Gäste Blumen aus ihren Gärten mitbringen. Statt Schnittblumen können Topfpflanzen aufgestellt werden, die am Ende der Veranstaltung nette Giveaways an die Gäste sind.

Eine stilvolle Alternative zu den üblichen Hochzeits-Bands sind klassische Musiker, diese kommen ohne Strom aus und sorgen für eine intime Stimmung. Und mal ehrlich, „Marmor, Stein und Eisen bricht” kann keiner mehr hören.

Dreckschleudernde und protzige Limousinen passen nicht zu einer grünen Hochzeit. Fahren Sie stilecht in einer Pferdekutsche, mit dem Rad oder im Hybridauto vor. Die Gäste können bequem und entspannt in einem Hochzeitsbus statt einer Autokolonne transportiert werden.

Der heimische Garten oder der Campingplatz nebenan wecken nicht dieselben Sehnsüchte wie die Seychellen? Stimmt – wer trotzdem mit gutem Gewissen flittern möchte, tut dies in Eco-Resorts, in denen verantwortungsvoll mit Umwelt und Natur umgegangen wird. Lizenzierte Ökotourismusanbieter wie planeta.com und organictravel.com kennen die romantischsten Hotspots mit nachhaltigem Konzept für die Hochzeitsreise und kümmern sich um eine möglichst umweltschonende Anreise.

Bonus-Punkte auf dem grünen Konto gibt’s, wenn Sie auf Geschenke verzichten und die Gäste bitten, stattdessen an eine wohltätige Organisation zu spenden.

So treten Sie mit ökologisch weißer Weste vor den Altar: Trauringe aus Fair-Trade-Silber und -Gold, Holz oder wiederverwertbaren Materialien sind die umweltschonendste Option. Diamanten im Ehering? Fragen Sie Ihren Juwelier nach dem Kimberley-Prozess-Zertifikat, das sicherstellen soll, dass der Diamant aus einer konfliktfreien Quelle stammt. Sinnvolle Alternative: Juweliere schmelzen alten Schmuck ein und verarbeiten ihn zu Eheringen. So werden keine neuen Rohstoffe verschwendet.Fair gehandelten und hergestellten Schmuck gibt es zum Beispiel unter www.faire-edelsteine.de, www.oekofaire-trauringe.de.

Einen ganz entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen Party kann die Braut leisten. Das Hochzeitskleid sollte aus Fair-Trade-Baumwolle, Hanf, Seide oder anderen organischen Fasern bestehen. Bitten Sie Ihren Brautmoden- Designer oder Schneider, ein Kleid aus Bio-Baumwolle zu fertigen. Noch besser, als viel Geld in ein Einwegkleid zu investieren, ist es – sofern noch vorhanden – , das Brautkleid der Mutter zu recyceln. Alternativ können Kleider und Anzüge auch geliehen oder gebraucht gekauft werden.

 

Eine raffinierte Alternative sind die
Flurry-Ringe von Niessing, die leicht geschwungen und doch zurückhaltend elegant sind. Ab 465 Euro.

 

„Grün Heiraten! 100 Tipps für die Umweltfreundliche Hochzeit” von
Bettina Pyczak. 8 Euro, über
www.perfectday-online.de

In die IO e TE-Ringe aus recyceltem Silber und Fair-Trade-Edelsteinen ist das passende Motto schon eingraviert: IO e TE bedeutet Ich und Du. 199 Euro, über
www.unique-nature.com

 

Der New Yorker Designer Chris Kole bietet unter seinem Label The Cotton Bride traumhafte Hochzeitskleider an, die von Hand genäht und nur aus natürlichen Materialien wie Baumwolle und Leinen gefertigt werden. Falls Sie nicht zufällig einen Trip nach New York planen, gibt es die Möglichkeit, sich via www.thecottonbride.com ein Wunschmodell auszusuchen. Dann müssen Sie sich nur noch für einen Stoff entscheiden und Ihre genauen Maße an das Designteam übermitteln. Nach circa 2-3 Monaten wird Ihnen das Traumkleid zugeschickt. Großartig!
Zeitlos schön! Klassische Trauringe von Jan Spille Trauringe Manufaktur aus Fair Trade Gold und Silber. Ab 420 Euro.
Zeitlos schön! Klassische Trauringe von Jan Spille Trauringe Manufaktur aus Fair Trade Gold und Silber. Ab 420 Euro.