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Lust auf Schnee

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Winterziele in Bildern
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Sanfte Globetrotter können mit gutem Gewissen Wintersport betreiben. Zahlreiche Winterziele sorgen sich nicht nur um das Wohl ihrer Gäste, sondern auch um das der Umwelt. Manchmal kostet es etwas mehr Mühe bei der Anreise, doch entgegen der allgemeinen Vermutung sind Öko-Reisen nicht teurer als herkömmliche Angebote.

 

Wintercamp Idre Ciel, Schweden

Mit dem Reisebus nach Skandinavien? Im ersten Moment eine nicht allzu verlockende Anreisevariante. Umweltverträglicher aber allemal und im Reiseland Schweden auch sicherer, denn Kleinbusse sind mit Spikes ausgestattet und werden von erfahrenen Guides gelenkt. Los geht es ab Hamburg in kleinen Gruppen. Nach rund 16 Stunden ist die Provinz Dalarna erreicht, in der nach Überzeugung der Schweden auch der Weihnachtsmann lebt. Das Wintercamp Idre Ciel, umgeben von 188 000 Hektar Naturreservat, ist das Tor zur schwedischen Bergregion. Hier, an der Grenze zu Norwegen, liegt bis Mai hinein eine makellose Schneedecke, Seen und Flüsse sind zu Eis erstarrt, der Himmel ist blau und die Luft frisch und klar. Die Region zählt auch für die Schweden als Wintersportziel, dennoch ist Massentourismus nicht zu sehen. Ob beim Langlauf, Schneeschuhwandern oder bei einer Hundeschlitten-Tour, begegnet Touristen vor allem Einsamkeit und eine faszinierende, weitläufige Landschaft.

Die 10 Ferienhäuser, die 2010 den Preis für „Die besondere Pauschalreise” des Magazins Geo Saison bekamen, liegen sanft in die Natur eingebettet direkt am gleichnamigen See Idre. Geführt wird das Camp von zwei deutschen Auswanderern, die vor Ort lokale Wertschöpfung betreiben, was ein wichtiges Kriterium für nachhaltiges Reisen bedeutet. Lokale Kooperationspartner und lokale Produkte sind daher selbstverständlich. Das Camp ist CSR-zertifiziert. www.rucksack-reisen.de

 

Abenteuer Wildnisdorf Lappland, Schweden

Lappland – das ist das Land der Lappen, die heute aber „Samen” genannt werden und ihr Land selbst „Samland” nennen. Etwas verwirrend. Besonders, da dieses Land kartografisch und geografisch nicht genau festgelegt ist. Fest steht aber, es liegt im nördlichsten Teil von Norwegen, Schweden und Finnland.

Eine Reise an den Polarkreis ist Abenteuer pur und ein Aufenthalt im Wildnisdorf erst recht. Wozu braucht es Strom, Heizung und fließend Wasser, wenn es eine Waldquelle, Petroleumlampen und gusseiserne Öfen gibt? Das ist das Abenteuer! Denn mehr braucht es in der Wildnis zum Leben nicht. Urig gewohnt und im Schlafsack geschlafen wird in einem alten Gast-haus, in der Holzfällerhütte oder in einem neu renovierten Waldarbeiter-Bauwagen. Frisches Wasser holen sich die Gäste selbst an der Waldquelle und für das Anfeuern des Ofens wird ebenso selbst gesorgt. Aber das hat nichts mit Überlebenstraining zu tun, denn eine Sauna ist ein wohliger Treffpunkt und die Verpflegung beim gemeinsamen Abendessen ist so gut wie bei der schwedischen Großmutter.

Im Umkreis von 20 Kilometern gibt es kein anderes Haus und Schnee, wohin das Auge reicht. Der darf dann auch bei mehreren Skitouren in ungespurtem Gelände genossen werden. Wem das zu anstrengend ist, der freut sich auf die 3-stündige Rentierschlittenfahrt. Wenn dann die Kufen durch den Schnee gleiten, die Rentiere leise schnauben, die Lunge reinste Luft atmet und der Blick in die Weite schweift, spätestens dann wird klar, das ist nicht nur pures Abenteuer, das ist auch Natur pur.

Bei Anreise mit der Bahn gibt es 5 Pro-zent Ermäßigung. Zugverbindungen bis Nattavaara sind über Stockholm teilweise als Nachtzug vorhanden. Kinder bekommen 50 Prozent Rabatt auf die Übernachtung. Skiausrüstung ist immer inklusive. CSR-zertifiziert. www.renatour.de

 

Frauen-Skiurlaub Pihlajapuu Nord-Karelien, Finnland

Karelien, das geteilte Land zwischen Russland und Finnland. Schneelandschaften wie im Märchen, imposante Berglandschaften, mächtige Bruchwälder, unberührte Wildmark, unzählige Seen und Inseln … mittendrin ein hundert Jahre altes Blockhaus, in dem drei Herzen für die Natur und ihre Gäste schlagen: Minna, Liisa und Sirke, das sind drei lebensfrohe Frauen, die finnische Herzlichkeit, Traditionen und Kulinarisches näherbringen. Zehn Tage lang fit werden, Ski laufen bei längeren und kürzeren Touren in kleiner Frauenrunde mit viel Spaß und immer wieder Kaffee und Kuchen. Und wer will, lernt dabei auch noch etwas Finnisch.

Ideal für Schreibtischtäterinnen, die mit ein bisschen Teamgeist und Ausdauer zu neuer Kraft kommen wollen. Denn nach der täglichen Bewegung an der frischen Luft geht es abends in die finnische Sauna oder in die traditionelle Rauchsauna. Anschließend serviert Sirke für die nötige Energie gebratene Maränen, genagelten Lachs, Elch- oder Rentierbraten, Rote Bete, Piroggen mit Eierbutter und zum Nachtisch Mustikkakukko (Heidelbeerpie) mit Vanillesoße. Die karelische Küche hat es in sich! Pihlajapuu ist ein Ort mit warmem Pulsschlag inmitten eines fernen Märchenwinterwaldes, den es zu besuchen und zu wahren gilt. Ausgezeichnet mit dem CSR-Siegel und dem Nordkarelischen Umweltpreis.

Die Anreise ist leider nur mit dem Flugzeug via Helsinki nach Kuopio zu empfehlen. Bei 10 Tagen Aufenthalt steht die Entfernung allerdings laut WWF in einem angemessenen Verhältnis zur Reisedauer. www.aksytammat.fi

 

Schneeschuh-Wanderung am Mont Blanc, Frankreich

Skier aus, Schneeschuhe an! Im Land des Mont Blanc können Sie sechs Tage lang wandern und das faszinierende Massiv von allen Seiten bewundern, ohne jemals des Anblicks müde zu
werden. Basiscamp ist ein 2-Sterne-Hotel im Tal von Chamonix. In einer Gruppe von maximal 12 Wanderern und einem französischen Bergführer werden jeden Tag peu à peu Routen fernab jedes Massentourismus, geheime Wanderwege und spektakuläre Pfade erklommen. Immer in nächster Nähe der höchste Punkt Europas, umrahmt von majestätischen Bergspitzen und Gletscherschönheiten. Wer die täglich vier bis fünf Stunden Wanderung mit circa 15–20 Kilometern Entfernung und Höhenunterschieden zwischen 400 und 600 Metern beim Auf- und Abstieg gemeistert hat, dem gebührt am Abend die Erholung. Für die wird in den Thermen von Saint-Gervais gesorgt. Bei einer Hydrojetdusche mit Thermalwasser, einer Körpermaske mit Bergtonerde, einer Körperentspannungsmodelage oder ganz einfach im Thermal-Sprudelbecken können sich die müden Glieder auf den nächsten Tag vorbereiten. Das ist Urlaub à la France écotours.

Als Mitglied im Forum anders reisen sind die angebotenen Reisen nicht nur nachhaltig und mit CSR-Zertifizierung, sondern stets auch sehr facettenreich. Sie führen oftmals abseits der bekann-ten Wege in Gegenden, die vom Tourismus noch kaum berührt sind. Begegnungen mit den dort lebenden Menschen sind ebenso eingeplant wie ausreichend Zeit für die Köstlichkeiten der französischen Küche. Anreise ist mit der Bahn bequem möglich. www.france-ecotours.com

 

Natur- und Skiparadies Zermatt, Wallis, Schweiz

Was vor einem Jahrhundert noch ein kleines Walliser Dorf am Fuße des legendären Matterhorns war, ist heute eine international bekannte Skidestination. Das Skigebiet ist das höchstgelegene der Alpen und dank Beschneiungsanlagen das ganze Jahr über befahrbar. Aber die Altlasten und Belastungen des Massentourismus werden seit langer Zeit schon sehr ernst genommen. Zermatt meistert den Balanceakt zwischen Ökonomie und Ökologie. Mittlerweile stehen 75 Prozent des Zermatter Gemeindegebiets unter Naturschutz inklusive geschütztem Wildtierlebensraum. In regelmäßigen Renaturierungsaktionen werden be-einträchtige Flächen wiederbegrünt und eine Vielzahl der Wege der Natur zurückgeführt. Die Bergbahnen haben sich seitdem hohe Umweltstandards auferlegt. Bei den neuen Projekten im Jahr 2003 wurden sie dabei vom WWF und der Stiftung pro natura – pro ski beraten.

Der Bau des Touristenzentrums auf dem Klein Matterhorn zeugt ebenso von der Vorreiterrolle. Das Zentrum produziert den Strom für Heizung und Lüftung mit einer Solaranlage, speichert Energie durch Wärmedämmung und spart Wasser durch eine hauseigene Kläranlage. Dafür gab es 2010 den Europäischen Solarpreis. Im Tal setzt Zermatt auf gute Luft. Im Dorf verkehren ausschließlich Elektromobile und Kutschen und selbst der Müll wird seit diesem Jahr mit Elektrofahrzeugen abgeholt. Da fehlt nur noch das umweltbewusste Quartier. Absolut klimaneutral und dabei wild-romantisch ist die Übernachtung im Iglu-Dorf von Zermatt, auf 2727 Metern Höhe, inmitten einer atemberaubenden Kulisse. Nach dem Aperitif und einem Bad im Whirlpool fühlt sich der Aufenthalt schon fast luxuriös an. Und dennoch, am Ende der Saison, so heißt es im Iglu-Dorf, „wollen wir nichts als Spuren im Schnee hinter-lassen”. www.zbag.ch

 

Familientraum Werfenweng Salzburger Land, Österreich

Klare Luft, Durchatmen, Ruhe. Im Hintergrund die majestätische Kulisse der Eiskögel, Werfenwengs Doppelgipfel und Wahrzeichen. Ein Aufenthalt in Werfenweng ist „Entschleunigung” im Kopf und fürs Auto. Seit 1997 ist Werfenweng Modellort für sanfte Mobilität im Tourismus und eine der 24 alpinen Perlen im Netzwerk Alpine Pearls. Wer mit der Bahn anreist oder das Auto im Ort stehen lässt, erlebt nicht nur die Schönheit des Salzburger Landes, sondern eine wundersame Welt von Gratisleistungen. Dazu gehört, dass Gäste mit einer sogenannten SAMO-Karte auf Wunsch kostenlos für ihren Aufenthalt ein Biogas-Auto gestellt bekommen, das bequem beim Fremdenverkehrsbüro aufgetankt wird. Schneeschuh-, Rodel-, Schlittschuh- und Langlaufausrüstungen werden gratis verliehen. Familien dürfen sich über eine kostenfreie Fackelwanderung mit Lamas oder über eine Pferdeschlittenfahrt freuen.

Aber noch nicht genug: Skibusse und Satteldienste werden mit Biogas, Seilbahnen sowie die gesamte Straßenbeleuchtung im Ort mit Solarstrom betrieben. Zusätzlich wird hier alles geboten, was das Wintersportler-Herz erwärmt: ein hauseigener Skiberg mit einer fünf Kilometer langen Talabfahrt, ein gepflegtes Loipennetz für Ski-Langlauf, ein Snowboard-Park mit verschiedenartigen Obstacles und eine sechs Kilometer lange Rodelbahn. www.tourismus-werfenweng.at

OB ALPEN ODER NORDEUROPA...

  • Wählen Sie nur Skigebiete mit ausreichend dicker Schneedecke, sonst kann der Boden so stark geschädigt werden, dass er sich nicht mehr erholt.
  • Bevorzugen Sie Veranstalter, die mit einem CSR-Siegel ausgezeichnet
    sind und umweltsensibel handeln.
  • Informieren Sie sich vorab über die Umweltbemühungen des Skiortes
    oder Skibetriebes.
  • Etwa drei Viertel der CO2-Belastung in den Alpen entstehen durch die An- und Abreise der Touristen mit ihrem Pkw. Reisen Sie daher nach
    Möglichkeit mit der Bahn an. Wenn auf eine Flugreise nicht verzichtet werden kann, sollte ein freiwilliger Beitrag zum Emissionsausgleich
    geleistet werden (atmosfair.de, myclimate.org).
  • Wählen Sie Hotels und Unterkünfte, die energieeffizient ausgestattet sind.
  • Entlegene Skigebiete sollten nur mit erfahrenen Guides und in kleinen Gruppen bereist werden.
  • Verlassen Sie vorgegebene Pisten nicht. Als Tourenfahrer oder Schneeschuhläufer sollten Sie Wildruhezonen und Wildschutzgebiete beachten und bereits in Ihre Tourenplanung einbeziehen.

Informationsseiten zum Thema Nachhaltiger Tourismus:
www.alpconv.org/climate/index.de
www.alpine-pearls.com
www.goclimate.de
www.fairunterwegs.org
www.futouris.org

Buchungsportale nachhaltiger Reiseanbieter:
www.forumandersreisen.de
www.traverdo.de
www.greentravelclub.info
www.sanftesreisen.org

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