Ab in die Schneezeit!
DAGMAR SAUER - Trainingsfotos: JOHN FENKL
Schnee gehört zum Winter dazu wie der Sand zum Meer. Und die weiße Pracht hält viele Möglichkeiten parat, uns an der frischen Luft inmitten herrlichster Natur körperlich zu betätigen. Das Schneeschuhwandern zum Beispiel. Aber Achtung: Muskelaufbau im Vorfeld ist Gold wert und bringt Ihren Körper in die benötigte Fitness. Die AVIVE-Personal-Trainerin Nadine Rüther hat die besten Übungen, Tipps und Tricks für Sie zusammengestellt.
Was früher notwendig war, ist heute eine echte Trendsportart. Wäre Ötzi in der Steinzeit ohne antike Schneeschuhe im Winter niemals von A nach B gekommen, so hat das Schneeschuhwandern in den letzten 20 Jahren einen echten Boom als sportliche Betätigung ausgelöst. Immer mehr Menschen schwören auf das „Walken” im weißen Winterwunderland. Gerade auch solche, die vielleicht nicht Ski fahren, nicht auf schnelle Abfahrten stehen oder einfach einmal etwas ganz Neues ausprobieren wollen.
Darüber hinaus hält Schneeschuhwandern gegenüber dem Skifahren, Langlaufen oder Snowboarden echte Vorteile parat, denn es reicht schon eine dünne Schneedecke, um loszuslaufen! „Man muss also nicht unbedingt in alpine Gebiete fahren. Wenn es auch in Norddeutschland so schneit wie in den letzten Jahren, so kann man gar auf dem platten Land die Schneeschuhe über seine normalen Winterschuhe überziehen und seine körperliche Fitness stärken”, verrät Benedikt Tröster vom Hersteller Vaude. Und das mit einer großen Portion Spaß. Ob alleine oder in einer Gruppe bei einer geführten Tour – beim Schneeschuhwandern steht das Erleben der Natur im Vordergrund. Ausgeschlossen wird dabei niemand. Kinder wie Erwachsene, Anfänger wie Geübte, Ehrgeizige wie Genießer können sich beim schweißtreibenden „Spazieren” durch den Schnee erfreuen.
Perfekt für jedermann
Wäre es nicht wunderbar, in selbst bestimmtem Tempo durch eine unberührte und verschneite Winterlandschaft zu wandern, fernab von Skipisten oder -loipen, einfach da entlang, wo man gerade möchte? Und das ganz im Einklang mit der Natur? Einsam und in aller Ruhe? Das Schneeschuhwandern macht genau das möglich. Ebenfalls prima: Sie benötigen keine besonderen Vorkenntnisse, müssen kein Dauerläufer sein und schon gar kein Skiprofi. Simpel gesagt: Wer laufen kann, kann auch Schneeschuhwandern. Einzig ein paar Kenntnisse sind wichtig. Deshalb unser Tipp: Wenn Sie vorhaben, das Schneeschuhwandern erstmals in den Bergen auszuprobieren, so sollten Sie als Erstes eine geführte Tour ins Auge fassen. Hierbei erfahren Sie alles Wissenswerte über die Tiere, die im Winter ihre Ruhe brauchen, lernen die Gefahren von Lawinen kennen, hören, wie Sie sich im Ernstfall zu verhalten haben und wie Sie eine Tour bestmöglich eigenständig planen können.
Hochtechnologische Schneeschuhe
War das Schneeschuhwandern bis ins 19. Jahrhundert „up to date”, um Berge zu erklimmen, so geriet das alpine Schuhwerk durch die Erfindung von Liften und Seilbahnen in Vergessenheit. Dass es heute quasi eine Renaissance erlebt, verdanken wir einem Studenten aus dem absolut schneefreien San Francisco. Dieser findige Mann entwickelte auf Basis einiger Patente und dem Einsatz von Hochtechnologie leichte, praktische Schneeschuhe. Und diese haben nun wirklich nichts mehr gemeinsam mit den „Latschen” aus vergangenen Tagen. Hochtechnologisch sehen sie aus, fast schon ein wenig futuristisch, und verfügen über viele technische Details, um Fuß und Knöchel so stabil wie möglich, aber auch flexibel wie nötig zu halten. Dabei sind sie äußerst leicht und bestehen zumeist aus Alurohren, die mit einem extrem zähen und widerstandsfähigen gummierten Gewebe bespannt sind. Die Technik lässt das Körpergewicht durch Verteilung auf eine möglichst geringe Fläche elegant auch über tiefen Schnee schweben. Deshalb bestimmt auch einzig und allein das eigene Gewicht die Größe der Schuhe.
Fit wie ein Schneeschuh
Ebenso wie bei jeder Sportart ist es wichtig, körperlich fit zu sein und Kondition mitzubringen. Auch für das Schneeschuhwandern ist es deshalb von Vorteil, sich auf diese doch ungewohnten Bewegungen in dem Widerstand Schnee vorzubereiten. gezielt bestimmte Muskelpartien zu stärken und an Ausdauer zuzulegen. Ungewohnte Bewegungen lassen uns dabei schnell einmal mit Muskelkater kämpfen. Die gute Nachricht: Das kann man ändern. Vorbeugen ist die beste Devise. Wichtig für das Wandern im Schnee sind eine gute Balance und Koordination, Mobilität und eine gekräftigte Muskulatur gerade im Bereich der Waden, Oberschenkel, des Bauches und des Rückens. „Am besten ist es, schon ein paar Wochen vorher mit dem Training zu beginnen. Hierbei sollten sich Muskel- und Konditionstraining abwechseln und natürlich sollten auch Regenerationsphasen auf dem Trainingsplan stehen”, sagt Nadine Rüther. Ganz generell rät sie jedem, stets und kontinuierlich an der körperlichen Fitness zu arbeiten. Auf den nächsten Seiten verrät Ihnen die AVIVE-Personal Trainerin die besten Übungen fürs Schneeschuhwandern. Und dann heißt es: Die Schneezeit kann kommen!
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DIE PERFEKTE AUSRÜSTUNG Je nachdem, wo Sie sich ins Schneevergnügen stürzen möchten, sollten Sie Ihre Schneeschuhe auswählen. Für hochalpine Touren mit stark geneigten Querungen, Als eigentliche Schuhe sind keine Spezialmodelle erforderlich. Die Riemenbindungen von Schneeschuhen sind für alle schneetauglichen Wanderstiefel geeignet. Sie sollten in jedem Fall fest sein, warm und wasserabweisend. Zum Schneeschuhwandern gehören ein Paar Skistöcke mit großem Schneeteller. Ein Rucksack gehört zu den wichtigen Utensilien: Hier können Sie sich ein Getränk einpacken, denn meist ist man etwas länger in der Natur unterwegs, ein Handy für den Notfall und wenn Sie in alpinen oder lawinengefährdeten Gegenden unterwegs sind, so sollte auch eine komplette Lawinenausrüstung nicht fehlen. Hier zu gehört: Verschüttetensuchgerät, spezielle Lawinenschaufel, Lawinensonde und eventuell ein Avalanche-Ball. Die Notfallausrüstung besteht aus einem Erste- Hilfe-Set, einer Rettungsdecke und einem Biwaksack. Die Bekleidung sollte aus bequemen und schnell trocknenden Materialien bestehen, die Bewegungsfreiheit garantieren, atmungsaktiv, wind- und wasserdicht sind. Ein Tipp: das Anziehen nach dem Zwiebelprinzip. Besonders schön: die Caleo Daunen-Jacke von Salewa in den drei modischen Farben Pink, Türkis und Schwarz (269,95 Euro, www.salewa.de). Unbedingt empfehlenswert: Mütze, Handschuhe und eine Sonnenbrille. Auskünfte über das Schneeschuhwandern und Angebote über geführte Touren erteilt das Touristik-Amt des jeweiligen Urlaubs-/Skigebiets. |


steilen Anstiegen oder hartem Firn empfehlen sich Modelle mit spitzen Stahlstiften, harscheisenartigen Seitenschienen, sowie an der Bindung drehbar gelagerten steigeisenartige Frontzacken. Wandern Sie auf Schneeschuhen im flachen Land, so eignen sich Rahmenschneeschuhe aus Aluminium und Kunststoff oder Neopren. Ein universell einsetz barer Schneeschuh aus leichtem Kunststoff in patentiertem Trimaran-Design ist der Morpho Trimove Snow Shoe M von Vaude (140 Euro,