So halten Sie Ihre Liebe lebendig
BARBARA GRISCHOW
„Die Kommunikation” ist nicht umsonst ein feminines Wort, denn sie spielt, ob nonverbal oder verbal, gerade in der Frauenwelt eine große Rolle. Besonders, wenn es um unsere Beziehungen geht.
Tränen zum Beispiel können sowohl Ausdruck der Trauer, als auch der Freude sein, ein Lächeln kann Sympathie, aber auch Verachtung bedeuten, aber wissen wir immer, wann was gemeint ist? Schon der Fuchs in Saint-Exupérys Roman „Der kleine Prinz” ist der Überzeugung: „Die Sprache ist die Quelle der Missverständnisse.” Gerade die Tücken der intergeschlechtlichen Kommunikation münden häufig in Konflikten. Ein typisches Klischee ist beispielsweise, dass die weiblichen Wesen Männern nur zu gern unterstellen, nicht richtig zuzuhören und nur Sport und Autos im Kopf zu haben. Die Herren der Schöpfung hingegen können oft nicht nachvollziehen, wozu die ganzen Geschichten dienen, die wir Frauen so ausschweifend erzählen. Dabei wollten sie doch nur eine kurze, prägnante Information oder eine eindeutige Anweisung. Passt frau nicht auf, kann es schon bei den kleinsten, alltäglichen Dingen zu Missverständnissen kommen. Bitten wir etwa einen Mann „Könntest Du bitte die Wäsche aufhängen”, so meinen wir damit „Tu es bitte gleich, noch scheint die Sonne und sie wird heute noch trocken.” Er aber versteht durch das „Könntest du”: „Häng doch bitte irgendwann einmal die Wäsche auf, ist aber auch nicht so schlimm, wenn nicht.” Viele Missverständnisse entstehen, weil unter Männern ein Satz oder eine Äußerung etwas ganz und gar anderes bedeuten kann als unter Frauen. Besser wäre eine eindeutige Äußerung: Häng bitte „jetzt” die Wäsche auf! Es ist gar nicht so leicht, das andere Geschlecht zu verstehen. Wir glauben zwar, dass wir es können, mitunter entsteht aber der Eindruck, wir sprechen eine ganz andere Sprache als unser männliches Gegenüber.
Die schlechte Nachricht vorweg: Dieses Problem wird auch nicht verschwinden. Verabschieden Sie sich von der Illusion, vielleicht sogar dem dringlichen Wunsch, Ihren Mann ändern zu können. Erfreuen Sie sich vielmehr an den Unterschieden, versuchen Sie sich einmal klarzumachen, wie unterschiedlich Männer und Frauen kommunizieren, und nutzen Sie diese Andersartigkeit, um Ihre kommunikative Kompetenz und Ihre Flexibilität zu vervollkommnen. Denn die gute Nachricht ist, wir selbst können das Problem aktiv in die Hand nehmen und an einem harmonischen Miteinander arbeiten. Wir sind nicht auf das Verhalten anderer angewiesen, um glücklich zu werden. „Selbst ist die Frau”!
Wahrnehmungsfilter
Wichtig ist dabei, dass wir uns klarmachen, nichts, aber wirklich gar nichts kann eindeutig zeigen, was die Männer meinen; denn wir verstehen natürlich keinen, den wir nicht verstehen. Was aber ist es, was wir da verstehen? Wir verstehen unsere Gedanken darüber, was wir denken, was die Männer sagen oder meinen. Wir haben eine andere mentale Landkarte im Kopf als unsere Partner, weil wir die sogenannte „Realität” anders wahrnehmen. Die Betriebssysteme unserer Wahrnehmung funktionieren also in manchen Teilen anders. Und so kommt es zu Geschlechtsspezifischen Denkmustern, so wie es neurologische oder auch kulturell bedingte Wahrnehmungsfilter gibt.
Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass 70 bis 80 Prozent der Menschen „geschlechtstypisch” ticken. Eben als Sammlerin von der Venus und Jäger vom Mars, um sich eines weit verbreiteten Klischees zu bedienen. Diese uralten Bilder und Metaphern sind sehr hilfreich, um unser Gegenüber zu verstehen. Versuchen Sie sich mit diesem Wissen einfach einmal vorzustellen, was in Ihrem Partner vor sich geht. Und probieren Sie mal ein paar neue Strategien aus.
„Versuchen Sie sich einmal klar zu machen, wie unterschiedlich Männer und Frauen kommunizieren.“
1 Missverständnisse vermeiden
Gehen Sie nicht einfach davon aus, dass Sie Ihren Partner verstanden haben, oder umgekehrt. Damit könnten Sie völlig falsch liegen. Fragen Sie lieber noch einmal nach, so können schon mal eine Menge Missverständnisse vermieden werden (aktives Zuhören!).
2 Besprechen oder erzählen
Machen Sie Ihrem Herzbuben während des Gesprächs den Kontext klar. Lassen Sie ihn wissen, worüber genau Sie jetzt sprechen möchten oder ob sie vielleicht einfach nur eine Geschichte loswerden wollen.
3 Fassen Sie sich kurz
Teilen Sie ihm schon zu Beginn des Gesprächs mit, worauf sie hinauswollen. Und nur wenn nötig, schieben Sie die ausschweifenden Beschreibungen hinterher.
4 Gesprächsregeln einhalten
Sollte eine Situation doch einmal eskalieren und die Luft dick werden, wechseln Sie einfach mal die Gesprächsebene. Begeben Sie sich auf die Meta-Ebene und sagen Sie ihm, wie Sie sich den weiteren Verlauf der Konversation wünschen. Oder aber vereinbaren Sie gemeinsam Gesprächsregeln und halten Sie sich daran – auch, wenn es unangenehm ist und mal schwerfällt.
5 Kluge Taktik
Einigen Sie sich auf gemeinsame Deeskalationstaktiken, denn selbst ein Schweigen kann missverstanden werden.
6 Klare Worte finden & nutzen
Männer haben ein großes Technikverständnis. Drücken Sie sich ruhig mit Metaphern aus, wie etwa „In mir geht gleich ein Dampfventil hoch”, um klarzumachen, wie es um Ihren Gemütszustand steht. Darunter kann er sich nämlich etwas vorstellen.
1 2


