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Grüne Mode mit Starappeal:
Julia Starp

DAGMAR SAUER
Wer sagt, Ökomode sehe auch öko aus, der irrt gewaltig! Das beste Beispiel: Modedesignerin Julia Starp, die mit ihrem gleichnamigen Label die Fashionwelt erobert und mit avantgardistischen Looks die Laufstege verzaubert. Schon zum dritten Mal zeigte die 28-Jährige auf der Fashion Week in Berlin ihre exklusive Kollektion. Julia Starps Philosophie: Nachhaltigkeit mit Herz und Verstand!

Fashion for ECOistic People – schon der Slogan sagt aus, worum es bei Julia Starps Mode geht. Um Nachhaltigkeit, genauer gesagt: um biologisch wertvolle Stoffe ohne Pestizide, um faire Arbeitsbedingungen und um Transparenz in Herstellung und fairem Handel. „Ich kenne meine Produktionsstätten in Hamburg und Polen, kenne die Näherinnen und Schneiderinnen. Das ist mir wichtig. Ich mag einfach genau wissen, wie meine Mode hergestellt wird. Ich lebe die Nachhaltigkeit.” Die junge Designerin, die im Jahr 2009 ihr eigenes Label gründete, stieß jedoch quasi per Zufall auf die Idee, nachhaltige Mode zu produzieren. „Aber dann war ich sofort Feuer und Flamme und verbrachte zunächst fast ein Jahr mit Recherche und Co. passende Stofflieferanten und Stoffe zu finden, war gar nicht einfach war. Denn ein Manko hat die nachhaltige Modeproduktion: Man ist noch sehr eingeschränkt in der Stoffauswahl. Meine erste Kollektion war deshalb vorrangig Schwarz”, so Julia Starp, die auch eine der jüngsten Designer mit eigenem Label in der Modebranche ist. Aber sie wird bereits als eines der größten Talente gefeiert. „Es hat sich viel getan auf dem Bio-Stoffe-Markt und heute ist meine Mode auch bunt”, lacht die 28-Jährige.

Mantelfreak
Und was die Hamburgerin an Mode entwirft, das ist wahrlich High Fashion. Verspielt, sehr feminin, sexy, wandelbar, besonders, auch mal sehr gewagt und modern mit einem deutlichen Hauch der 60er-Jahre. Große Kragen, taillierte Schnitte, A-Linienformen und schlanke Silhouetten. Zwei Linien gibt es bei Julia Starps Mode: Couture und Prêt-à-Porter. Eines der Dinge, die die zurückhaltende Blondine am liebsten entwirft, sind Mäntel. „Ich bin ein echter Mantelfreak. Ich liebe die gestalterische Vielfalt von Mänteln”, sagt Starp. Und mit einem Mantel begann auch ihre Initialzündung: Während ihres Modedesignstudiums an der JAK Akademie in Hamburg nahm die gebürtige Dithmarscherin an einem Wettbewerb teil. Der erste Platz: ein weiterer Wettbewerb mit Modenschau in Paris, im berühmten Carrousel du Louvre. Julia Starps Mantel gewann, sie reiste in die französische Hauptstadt.

„Ein Wahnsinnsgefühl! Endlich gab es Bestätigung für meine Arbeit. Von da an wusste ich, dass ich ganz genau das alles wollte!” Übrigens: Ganz ähnlich begann auch die beispiellose Karriere von Karl Lagerfeld – auch mit einem Wettbewerb, auch mit einem Mantel und auch in Paris. „Noch dazu kommen wir beide aus Hamburg und er war lange Zeit mein Vorbild”, lacht Julia. Ein eindeutiges Omen?

Nachhaltigkeit durch und durch
Wurde ihre Öko-Mode zunächst ein wenig skeptisch betrachtet, so überschlugen sich die begeisterten Stimmen nach ihrer ersten Präsentation im „Green Showroom” der Fashion Week im Berliner Hotel Adlon im Frühjahr 2010. „Viele assoziieren ökologisch wertvolle Mode immer noch mit Ökolatschen und Müslilook. Doch das ist völlig falsch. Ich mache genauso Designermode, nur eben mit biologisch wertvollen Stoffen und fairen Arbeitsbedingungen.” Und genau für diese Philosophie und Umsetzung gewann Julia Starp Anfang dieses Jahres den Success-for-Future-Award, der Nachhaltigkeit auszeichnet. „Meine Mode kann man variieren und muss nicht ständig Neues kaufen. Und die Qualität meiner Produkte ist sehr hochwertig, sodass die Kunden lange Spaß daran haben!”, so Julia Starp.
Übrigens: Seit fünf Jahren ist die Designerin verheiratet – mit ihrer ersten großen Liebe, die sie seit zwölf Jahren kennt. Auch das ist Nachhaltigkeit.

Infos: www.juliastarp.de