In der Regel schlecht
Fotos: DAGMAR SAUER
Alle vier Wochen kommen sie wieder – die Tage, um die uns kein Mann beneidet und die vielen Frauen nicht nur Kopfschmerzen bereiten können. Aber Klagen hilft nicht, besser aktiv den Zyklusproblemen entgegenwirken. Und es gibt eine ganze Menge natürlicher Dinge, die frau das Leben in der Regel erleichtern können.
Rücken- und Kopfschmerzen bis hin zur Migräne, schlechte Haut, Unterleibskrämpfe, Übellaunigkeit, Nervosität, Abgeschlagenheit, schwacher Blutdruck, Schwindel, starke oder sehr starke Blutungen: Wenn aus uns Frauen plötzlich ein Zombie auf Zeit wird, dann haben sie uns wieder erwischt, die Menstruationsbeschwerden. Laut Statistik ist mehr oder weniger stark jede zweite bis dritte Frau von den Folgen der Monatsblutung, von PMS, dem prämenstruellen Syndrom, oder der Dysmenorrhoe, einer stark ausgeprägten Form der Menstruationsbeschwerden, betroffen. Der Zusammenhang zwischen dem körperlichen und seelischen Befinden und dem Menstruationszyklus ist seit etwa 1.000 Jahren bekannt. Schon Hippokrates beschäftigte sich mit diesem Frauenleiden. „Dennoch ist vieles noch unerforscht, gerade in Bezug auf die Hormone. Das ist eine echt komplexe Wissenschaft für sich. Hormone sind körpereigene Botenstoffe mit vielfältigen Aufgaben und Wirkungen auf unterschiedliche Organsysteme”, erklärt Dietrich Beckmann, Belegarzt im Elisabeth-Krankenhaus in Thuine. Ein veränderter ovarieller Hormonhaushalt, meist ein Mangel an Gelbkörperhormonen (Progesteron) vor oder während der Menstruation, ist aber der häufigste Grund für Menstruationsbeschwerden aller Art. Weitere Faktoren können einzeln oder gemeinsam zur Auslösung oder Multiplikation beitragen. Dazu gehören Störungen der Schilddrüse, Infektionen mit Pilzen, Umweltgifte, der übermäßige Genuss von Koffein oder Nikotin, Schlafstörungen, psychische Belastungen und ein Bewegungsmangel. „Sport ist sehr wichtig, gerade auch in der Prävention von Menstruationsproblemen, denn er lockert die Muskulatur, die sich bei der Menstruation zusammenzieht und Krämpfe verursacht”, so Beckmann weiter. Also, rauf auf die Matte! Yoga beispielsweise ist ein echter Hit für eine lockere Muskulatur.
Symptom-Spektrum
Frauen, die nicht unter ihren Tagen leiden, oder auch Männer können oft nur schwer nachvollziehen, welche körperlichen und seelischen Schmerzen die betroffene Frau durchleiden muss. Viele Frauen leben sogar ohne Probleme mit oder während ihrer Regel. Wenn aber die Menstruationsbeschwerden voll greifen, dann kann das Symptom-Spektrum groß sein. Ein Gutes ist: Meist treten die Beschwerden nur am ersten und zweiten Tag stark auf. „Im zunehmenden Alter, manchmal auch schon nach dem ersten Kind, können die Symptome ohne Therapie verschwinden oder zumindest schwächer werden”, weiß Dietrich Beckmann. Auslöser für die Regelschmerzen sind Gewebshormone, die Prostaglandine. Sie sind ein Schmerzbotenstoff, der auch Krämpfe hervorruft, wie das Zusammenziehen der Muskulatur der Gebärmutter beider Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut. Vor allem junge oder sehr schlanke Frauen leiden meist bereits ab der ersten Regelblutung unter diesen krampfartigen Unterleibsschmerzen.
Gut zu wissen
Kreuz- und/oder Rückenschmerzen während der Menstruation treten auf, da sich die Gebärmutter mit wehenartigen Krämpfen zusammenzieht und versucht, die Schleimhaut abzustoßen.
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Folgende Beschwerden können auftreten (von leicht bis sehr stark):
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Dysmenorrhoe
Ist eine Menstruationsblutung mit sehr starken Schmerzen und ausgeprägtem schlechten Allgemeinbefinden verbunden, so wird sie als Dysmenorrhoe bezeichnet. Hierbei unterscheiden die Mediziner zwischen einer primären Dysmenorrhoe, die einige Zyklen nach der ersten Regelblutung einsetzt und dessen Schmerzauslöser die Monatsblutung an sich ist, und einer sekundären Dysmenorrhoe. Bei letzterer treten die Beschwerden erst zu einem späteren Zeitpunkt auf, oft auch nachdem die Periode zuvor unauffällig war. Oftmals leiden besonders junge Mädchen und Frauen unter der Dysmenorrhoe.
Pillendreher
Bei Menstruationsbeschwerden hilft oft schon die Einnahme der Pille. Sie kann sich – natürlich von Frau zu Frau unterschiedlich – positiv auf den Zyklus im Allgemeinen auswirken und die Beschwerden sowie die Heftigkeit und Länge der Blutungen deutlich abschwächen. Durch die Pille wird das hormonelle Ungleichgewicht, welches vor und während der Menstruation vorhanden ist, positiv beeinflusst. Zudem wird die Bildung von Prostaglandinen gehemmt. Einige Pillen-Präparate können auch drei oder gar sechs Monate als Langzyklus durchgenommen werden, so dass frau nur vier beziehungsweise zwei Mal pro Jahr unter der Monatsblutung leidet. Aber Pille ist nicht gleich Pille. Die Hormon-Zusammensetzung ist oftmals entscheidend. Fragen Sie also stets Ihren Arzt um Rat. Zudem kann auch die Pillen-Einnahme nicht ohne Nebenwirkungen bleiben. Einige Frauen leiden beispielsweise deutlich häufiger unter Kopfschmerzen – und viele möchten heutzutage auch ganz auf die Kontrazeptiva aus Hormonen verzichten und setzen vermehrt auf natürliche Verhütungsmethoden. Aber: „Hilft beispielsweise auch die Einnahme der Pille nicht, um Menstruationsbeschwerden in den Griff zu bekommen oder sind diese ausgeprägt stark, so sollte der Gynäkologe auf jeden Fall auf Endometriose hin untersuchen, um diese ausschließen zu können”, rät Dietrich Beckmann. Bei der Endometriose tritt Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle auf und verursacht überall dort Schmerzen. Es ist die zweithäufigste gynäkologische Erkrankung und in etwa 18 Prozent der von Menstruationsbeschwerden geplagten Frauen der Auslöser dafür.
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