Rückfallwahrscheinlichkeit in der MPU

MPUEine MPU (Medizinisch – Psychologische – Untersuchung), im Volksmund auch „Idiotentest“ genannt, besteht aus drei Teilen: der ärztlichen Untersuchung, den Reaktionstests und dem psychologischen Gespräch. Eines der wichtigsten Themen des psychologischen Gesprächs, das häufig zu Ungunsten der MPU-Kandidaten ausfällt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Rückfall in frühere Konsumgewohnheiten kommt.

Untersuchungen haben gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Betroffenen wieder in ihre früheren Verhaltensweisen zurückfallen. Dabei wurde ein Zusammenhang gefunden zwischen der Promille – Höhe und der Wahrscheinlichkeit für erneuten Alkoholkonsum. Und zwar dahingehend, je höher der Alkoholkonsum früher war, umso eher wird jemand wieder in dieses Konsummuster zurückfallen. Wer zur MPU gehen muss, sollte also nicht nur Einsicht darin zeigen, dass der frühere Alkohol- oder Drogenkonsum eindeutig zu hoch war, sondern auch Änderungen in den Lebensumständen vorgenommen haben, die erneuten Alkohol- oder Drogenkonsum unwahrscheinlicher machen. Folgendes Beispiel verdeutlicht dies: Wenn jemand nach einer Trennung vermehrt Alkohol getrunken hat, sollte er sich für die Zukunft überlegen, wie er mit einer erneuten Trennung oder einer ähnlich belastenden Situation in Zukunft umgehen wird. Einer der häufigsten Fehler, die bei der MPU gemacht werden, ist nämlich der folgende: Der Gutachter fragt den Klienten im psychologische Gespräch, welche Rückfallgefahren er denn für die Zukunft sehe. Unter http://www.mpu-web.de/ oder http://www.mpu-online-fragen.de/ finden sich weitere Informationen.

Die Antwort: „Ich sehe keine Gefahren. Ich habe jetzt keine Probleme mehr.“ Selbst wenn dies im Moment zutrifft, sollte man sich Gedanken machen, wie man zukünftig mit Probleme umgehen würde. Die obige Antwort zeigt dem Gutachter nur, dass man sich nicht mit möglichen neuen gefährlichen Situationen auseinandergesetzt hat. Wichtig sind daher wirksame Vermeidungsstrategien sowie alternative Verhaltensmuster für vergleichbare belastende Situationen. Zudem sollte jedem MPU-Kandidaten bewusst sein, dass die Gutachter davon ausgehen, dass jeder Klient bis zu einem gewissen Grad gefährdet ist, rückfällig zu werden. Daher sollte ein gewisses Risiko eingeräumt werden und gleichzeitig aber auch Vermeidungsstrategien, die man sich für die Zukunft überlegt hat, genannt werden.

 
 

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