Neue Technologie in der Medizin

Technologie-MedizinAn der Universität in München wurde kürzlich eine neue Methode zur Identifizierung von Antigenen entwickelt. Diese neue Technologie kann unter anderem bei Autoimmunkrankheiten wie MS eingesetzt werden. Die Ursachen dieser Erkrankung liegen darin, dass Abwehr- und Entzündungszellen im Körper fälschlicherweise die körpereigenen Strukturen angreifen. Das wiederum führt zu einem Abbau der Hüllschicht von Nervenfasern und zu einer Beschädigung der Nervenfasern selbst. Nervenreize werden schlechter weitergeleitet. Wie MS genau entsteht, konnte bis heute noch nicht ganz geklärt werden. Die meisten Ärzte vermuten aber, dass einige Faktoren zusammentreffen. In den kühlen Klimazonen wie Südkanada, Mittel- und Nordeuropa und den USA kommt MS öfters vor. In Deutschland sind etwa 120.000 Menschen betroffen. MS kann fast jedes neurologisches Symptom auslösen, sodass die Krankheitsgeschichte der einzelnen Betroffenen meistens recht unterschiedlich aussieht. Gleiches gilt auch für den zeitlichen Verlauf und den Schweregrad. Die Ausprägung der Beschwerden kann entweder ganz schwach oder direkt sehr stark sein. Man nennt MS aus diesem Grund auch die Krankheit mit den vielen Gesichtern. Es können beispielsweise Lähmungen, eine Minderung der Sehschärfe bei Beteiligung der Sehnerven, Spastik oder auch Missempfindungen hervorgerufen werden. Am häufigsten kommt es zu Empfindungsstörungen in den Armen und Beinen. Bei jungen Patienten treten häufig Sehstörungen auf. Auch die Muskeln können am Beginn betroffen sein, sodass man sich kraftlos fühlt. Aber auch zu Lähmungen oder einer Muskelsteifheit kann es kommen. Seltener beginnt MS mit verwaschener Sprache oder einer Blasenentzündung. Im Verlauf werden dann auch noch andere Beschwerden auftreten. In den Beinen wird man vermehrt mit Gefühlsstörungen zu tun haben. Beim Gehen und Stehen wird man Unsicherheiten verspüren. Nicht selten kommt es auch zu Sprechstörungen, Unsicherheiten bei gezielten Bewegungen und sexuellen Störungen.

Das Immunsystem verteidigt den Körper gegen Infektionen und Tumore. Es spielen besonders T-Zellen eine bedeutende Rolle. Diese haben Rezeptoren, die körperfremde Antigene anhand der Struktur erkennen. Die meisten dieser Antigene sind bislang unbekannt. Eine der wichtigsten Gruppen von den T-Zellen sind die zytotoxischen T Zellen. Diese erkennen die körpereigenen Zellen, die beispielsweise von Viren oder anderen Erregern infiziert sind, und werden die Zellen daraufhin töten. Bei der Bekämpfung von Tumoren haben sie eine ähnliche Funktion. Sie erkennen nämlich die veränderten Zellen, die krank sind, und tötet diese ab. Bei Autoimmunkranken greifen sie aber auch fälschlicherweise das eigene Gewebe an und zerstören dieses ebenfalls. Neben MS wäre auch Psoriasis ein passendes Beispiel.

Ein Team um Dr. Klaus Dornmair vom Institut für klinische Neuroimmunlogie hat in Kooperation mit Professor Jörg Prinz eine neue Technologie entwickelt, welche es erlaubt, die Antigene zytotoxischer T-Zellen zuverlässig zu identifizieren. Vom Bundesministerium werden die Forscher im Rahmen des VIP Programmes gefördert. VIP steht für Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung. In den kommenden 3 Jahren werden die Forscher finanzielle Mittel in Millionenhöhe bereitgestellt bekommen, um die Technologie so zu entwickeln, dass sie die Grundlage für die breite kommerzielle Nutzung sein kann. Das Team wird von dem Unternehmen VDI VDE-IP als Projektträger betreut. Aufgrund des riesigen Potentials wurde die Technologie bereits in diesen Tagen zum Patent angemeldet.

Mit der neuen Technologie können mehrere Antigene in nur wenigen Stunden analysiert werden. Es wird erwartet, dass die Diagnostik somit vereinfacht wird und außerdem langfristig besser therapiert werden kann. Die neue Technologie kann außerdem die Grundlage für viele Innovationen sein, da zytotoxische T-Zellen eine herausragende Rolle bei diversen Erkrankungen spielen. Die neue Technologie hat ein sehr großes Anwendungssprektrum. Sie kann sowohl bei Virus- als auch bei Tumorkrankheiten eingesetzt werden. Besonders wichtig ist jedoch, dass Autoimmunkrankheiten behandelt werden können. Wissenschaftler erwarten aus diesem Grund eine besonders große Nachfrage und wollen die Technologie auch als Auftragsforschung anbieten.

Es werden zwei Methoden verbunden. Antigene von T-zellen und den antigenspezifischen Rezeptor von T-Zellen sollen identifiziert werden. Die Rezeptoren werden aus dem Gewebe von Patienten entnommen und in Zellinien eingesetzt, die sich im Labor gut vermehren lassen. In diese Zellen wird das Gen für das grün fluoreszierende Protein eingeschleust. Diese Zellen werden dann mit einigen Millionen von Proteinen in Verbindung gebracht. Wenn die Rezeptoren das Protein erkennen, leuchten die Zellen in der Farbe grün auf. Über das Protein, welches die Reaktion auslösen wird, kann auch das natürliche Antigen identifiziert werden.

 
 

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