Urlaubstipps für die griechischen Inseln

Reise und Urlaubtipps für die griechischen InselnGriechenland gehört zu den beliebtesten Reisezielen weltweit. Mehr als 20 Millionen Urlauber kamen 2014. Trotz aktueller Krisen halten sich die Besucherzahlen, wohl auch deshalb, weil es kaum ein schöneres Urlaubsland gibt. In Athen lassen sich die Überbleibsel der Wiege der europäischen Kultur bewundern. In den Sommermonaten wird es in Hellas‘ Hauptstadt jedoch sehr heiß, außerdem nimmt der Smog teilweise bedrohliche Ausmaße an. Deshalb sind die griechischen Inseln besonders beliebt. Ob Gebirgswandern auf Kreta, Party auf Mykonos, Kulturausflüge auf Rhodos, das Grün und die Traumstrände von Korfu oder abgelegene Buchten und Höhlentauchen um Zakynthos:

Auf den unzähligen Inseln ist für jeden etwas dabei. Wir geben Tipps für die Urlaubsplanung.

Was sollte man grundsätzlich zu den griechischen Inseln wissen?

Je nachdem, was man als Insel versteht, gibt es zwischen 1200 und 6000 griechische Inseln, von denen, wiederum definitionsabhängig, zwischen 80 bis 200 dauerhaft bewohnt sind. Welchen Zahlen man auch folgen mag, eine solche Inseldichte findet man nicht oft auf der Welt. Auf gut 700 Kilometer in Nord-Südachse und 1000 Kilometer in Ost-Westachse liegen sie im Ionischen oder Ägäischen Meer verteilt, meist in Sichtweite untereinander. Deshalb ist bei einigen Urlaubern, besonders bei den Partygästen, das Inselhopping verbreitet. Je nach Inselgröße und Entfernung funktioniert das am besten per Fähre oder Flugzeug. Kleine, unbewohnte Inseln sind oft nur mit einem Boot zu erreichen. Mit etwas Glück wird man bei einer Bootsfahrt von einigen der letzten Delfine des Mittelmeers begleitet. Man unterscheidet die ionischen Inseln, westlich vom Festland, von der östlichen Ägäis, deren Inseln nach antiker Tradition in die Kykladen und Sporaden unterteilt werden.

Sie meinen, die Inseln sind zum Baden toll, haben aber sonst nicht viel zu bieten? Weit gefehlt. Abseits der Strände, im Inselinneren, sind viele Inseln sehr grün, viele auch bergig. Heraus sticht das gut zweieinhalbtausend Meter hohe Psiloritis-Massiv auf Kreta. Einige Inseln sind vulkanischen Ursprungs, am bekanntesten ist die Inselgruppe von Santorin.

Kaum jemand wird nicht das finden, was man sucht, wenn man sich „reif für die Insel“ fühlt:

  •  kristallklares Wasser
  • herrliche Sandstrände zum Baden oder schroffe Steilküsten und Berge zum Wandern
  • idyllische Fischer- und Bergdörfer oder belebte Städte
  • artenreiche Flora und Fauna
  • köstliche Speisen und eigene Weine
  • antike Tempel und Ausgrabungsstätten oder mittelalterliche Burgen und Klöster
  • Technopartys im Mondschein oder Rockkonzerte

Die Vielfalt ist enorm.

Frühling oder Sommer, allein oder Familie? Jahreszeiten und Wetter richtig planen

Wetter und Jahreszeit spielen immer eine große Rolle im Urlaub, das gilt auch im sonnenreichen mediterranen Raum. Eine griechische Insel, die im Winter langweilig scheint, kann in den Übergangsjahreszeiten freundlich und ruhig wirken und im Hochsommer laut und übervölkert. Regen und Sonne tun ihr Übriges. Vereinfacht lässt sich sagen:

  • Der Frühling ist perfekt für große Wanderungen und Radtouren durch die Natur
  • Der Sommer ist ideal für einen Badeurlaub und kleinere Besichtigungen oder Partys
  • Spätsommer und Herbst sind super für größere kulturelle Erkundungstouren, etwa zu Städten, Tempeln, Ausgrabungsorten und Museen
  • Im Winter ist alles weniger touristisch ausgerichtet, alles ist schwieriger zu erreichen und zu organisieren, besonders für Familienurlaube. Dafür ist es sehr ruhig und für Individualreisende lässt sich hervorragend das ursprüngliche Griechenland kennenlernen: die Einheimischen, super Essen zu günstigen Preisen usw.

Im Allgemeinen herrschen in Griechenland trocken-heiße Sommer und feucht-milde Winter. Das bedeutet im Sommer etwa drei Regentage pro Monat bei Mindesttemperaturen von 22 und Höchstwerten von 30, manchmal bis zu 40 Grad Celsius. Bei Wassertemperaturen von 23 bis 25 Grad Celsius ist diese Zeit ideal für den Badeurlaub. Auch für kleine Erkundungstouren, Radtouren oder Besichtigungen gibt es kaum eine bessere Zeit. Für große Wanderungen oder zum Bestaunen der Natur ist der Sommer weniger geeignet. Ab Juni verbrennen die Landschaften der meisten Inseln.

Den meisten Regen gibt es von November bis März. In dieser Zeit sind die Wiesen herrlich grün. Allerdings kann es jetzt auch recht nass für Unternehmungen werden. Im Dezember und Januar gibt es zehn bis 13 Regentage. Die Lufttemperaturen sinken kaum unter fünf, die Wassertemperaturen kaum unter 15 Grad, es kann aber auch schneien, wenigstens in höheren Lagen. Griechenland ist ein Gebirgsland, auch nahezu alle größeren Inseln sind bergig. Die Skigebiete liegen allerdings eher auf dem Festland und auf der Halbinsel Peleponnes.

Zum Wandern sind die Monate April und Mai die beste Zeit. Die Temperaturen liegen bei 20 Grad. Auf den Wiesen und Weiden wachsen Korn und Wildblumen. Man kommt vorbei an riesigen Weinhängen, satten Pinienwäldern, Obstgärten und unzähligen Olivenhainen.

Welche Inseln sind die besten?

Es ist nicht einfach, unter den unzähligen Inseln die schönsten oder besten zu bestimmen. Der Inselsommer ist zum Baden und Herumschlendern einfach überall grandios. Auf fast jeder größeren Insel findet man idyllische Bergdörfer, kleine Tavernen, lange Sandstrände und einsame Buchten. Man sollte unterscheiden, ob man eher ruhige oder lebhafte Gebiete sucht und ob man eher Badeurlaub oder Erkundungstouren machen möchte.

  • Zu den beliebtesten Inseln zählen Kreta, Santorin, Korfu, Kos, Mykonos, Rhodos, Zakynthos, Skiathos, Skopelos, Kefalonia, Naxos und Tilos
  • Zu den wohl aufregendsten Landschaften zählen Santorin, Samos und Thassos
  • Inselidylle findet man auf Mykonos, Patmos und Serifos

Wir stellen die Inseln mit ihren Highlights und Geheimtipps vor.

Kreta: die größte griechische Insel

Kreta: die größte griechische Insel

Nach Zypern, das sich die Griechen mit den Türken teilen, ist Kreta mit über 600.000 Einwohnern und über 8000 km2 die bevölkerungsreichste und größte griechische Insel, etwa halb so groß wie das deutsche Thüringen oder das Saarland. Es gibt viel zu entdecken, es empfiehlt sich daher, ein Auto oder Moped auszuleihen. Aber auch für reine Badeurlaube ist die Insel perfekt. Kreta ist eine Perle auf dem türkisblauen Meer. Die 1000 km Küstenlinie sind voller Strände mit feinem Sand und feinen Kieselsteinen.

Kreta ist das Ziel vieler, wenn nicht der meisten Griechenlandbesucher, trotzdem findet man auch ruhige, unerschlossene Gebiete. An der Nordküste lässt es sich gut die Nächte durchfeiern, um morgens den Sonnenaufgang am Strand zu verbringen. An der West- und Südküste findet man dagegen viele verlassene Strände. Auf der südlichsten griechischen Insel ist es dazu noch so mild, dass man von April bis November baden kann. Außerdem ist Kreta ein Wanderparadies. Abseits der Küsten kann man die hohe Zahl unterschiedlicher Blütenpflanzen bewundern. Typisch sind Gewürz-Kräuter wie Thymian, Salbei, Minze und Oregano. Im Winter und Frühling ist Kreta von einem Kleeteppich bedeckt. Die Fauna hat im Vergleich zur Flora nicht ganz so viel zu bieten, häufig findet man Grillen, Eidechsen und

Fledermäuse, neben großen domestizierten Ziegen- und Schafherden. Auch im bergigen Inselinneren und in den Dörfern der Lassithi-Hochebene ist man, etwa mit dem Rad, schnell allein oder unter Einheimischen. Bergsteiger können das östliche, weiße Dikti-Gebirge mit der höchsten Erhebung einer griechischen Insel erklimmen, dem knapp 2500 Meter hohen Psiloritis-Massiv in der Inselmitte. Sportwanderer können sich am 320 km langen Europäischen Fernwanderweg von Kissamos bis Kato Zakros probieren.

Kreta steckt voller Kultur und Geschichte. Zeus soll hier geboren sein, der Götterkönig. Es gibt eine Menge archäologischer Ausgrabungsstätten wie Knossos und historische Sehenswürdigkeiten. Kreta war einst das Zentrum der minoischen Kultur, Europas erster Hochkultur, von etwa 2800 bis 1450 v.Chr. Der Palast von Knossos in der Nähe von Heraklion, der größten Stadt auf Kreta, ist die bedeutungsvollste minoische Stätte auf der Insel.

Empfehlungen für Kreta

  • Baden: Strand von Elafonissi
  • Ausflug: Das ehemalige Hippiedorf Matala mit seinen Höhlen (Bob Dylan, Janis Joplin und Joni Mitchell waren hier) oder Aralithos, ein für Urlauber gebautes Dorf, das die Traditionen Kretas vermittelt
  • Für routinierte Wanderer: die 18km lange Samaria-Schlucht

Santorin: die Vulkaninsel

Santorin: die Vulkaninsel

Santorin gilt als eine der schönsten und spektakulärsten griechischen Inseln. Genau genommen ist das eine ganze kykladische Inselgruppe, mit Santorin meint man aber oft die sichelförmige Hauptinsel Thira. Viele der Hotels, Cafes, Restaurants und auch ganze Städte sind auf Klippen gebaut. Firá, die Hauptstadt von Santorin auf Thira, liegt an einer Steilküste 250 Meter über dem Meer. Allein der Anblick mit den malerischen weißen Häusern und blauen Kuppeln ist atemberaubend. Santorin bietet herrliche Ausblicke, eine erstklassige Küche, beste Weine, interessante Galerien und ein reges Nachtleben. Typisch für die Inseln sind auch die Windmühlen und die verwinkelten Gassen. In den Abendstunden zieht es viele Besucher, darunter auch viele Brautpaare, auf die Aussichtspunkte und Terrassen, um romantische Sonnenuntergänge zu genießen.

Tausende Touristen kommen jährlich, um eine Bootstour zum vom Meer überfluteten Kraterkessel zu unternehmen. Der liegt gegenüber der Insel und stammt von dem noch immer aktiven Unterwasservulkan. Er ist zwar schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr ausgebrochen, aufgrund neuerer Beben halten aber Wissenschaftler eine Eruption in den nächsten Jahren für wahrscheinlich. Bei Firá, in der Nähe des Kraterrandes, legen viele Kreuzfahrtschiffe an. Für einen Urlaub in einem der wunderschönen Hotels mit einmaligem Ausblick, etwa in Oia, muss man tief in die Tasche greifen. Günstigere Unterkünfte findet man in Kamari.

Die Strände um den Vulkan sind Lavastrände und deshalb schwarz. Trotz des Besucherandrangs üben sie in dieser Kulisse einen ungeheuren Reiz aus. Obwohl die beiden schwarzen Strände Perissa und Kamari große Besuchermagneten sind, ist der Besucherliebling der Red Beach in der Nähe von Akrotiri. Dort findet sich auch eine absolut empfehlenswerte archäologische Ausgrabungsstätte. Erst vor etwa 50 Jahren wurde hier eine Stadt der Kykladenkultur mit starkem Einfluss der minoischen Kultur entdeckt, die in ihrer Blütezeit verschüttet und so für dreieinhalbtausend Jahre konserviert wurde. Die Gebäude und Fresken sind noch bestens erhalten und erlauben hervorragende Einblicke in die bronzezeitliche Kulturgeschichte der Ägäis.

Empfehlungen für Santorin

  • Die schwarzen Strände Perissa und Kamari
  • Der rote Strand in der Nähe von Akrotiri und die dortige archäologische Ausgrabungsstätte
  • Santo Winery: super Weine und Antipasti (z.B. Feta, Oliven und gefüllte Weinblätter) bei bester Aussicht
 
 

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