Studium im Ausland – Grundinformationen

Auslandsstudium - Wichtige Infos und Tipps

Für die meisten Abiturienten, welche ein Studium antreten wollen steht fest, dass sie dieses in Deutschland absolvieren möchten. Die passende Uni wird also hauptsächlich in den verschiedenen Städten von Berlin bis München gesucht. Den Auslandsaspekt sehen viele nur in einem Auslandssemester oder einem Auslandsjahr.

Doch manche denken in dieser Hinsicht auch ganz anders. Für sie steht es außer Frage, dass sie ins Ausland möchten um zu studieren und das nicht nur sechs Monate, sondern sofort und mindestens für den kompletten Bachelor.

Die Schwierigkeiten

Wer diesen Wunsch hat, der sieht sich einigen Hindernissen gegenüber, bis sein Traum wahr werden kann. Das beginnt bei der Bewerbung, geht über die Finanzierung und endet mit dem Anerkennen des Abschlusses.

Die ausländischen Universitäten bevorzugen je nach Land teilweise zunächst die eigenen Schulabgänger und besetzen nur Restplätze mit internationalen Studierenden. Es kann auch vorkommen, dass das Abitur nicht als ausreichend anerkannt wird und zusätzliche Tests bestanden werden müssen. Wer seinen Bachelor komplett im Ausland machen möchte sollte also auf jeden Fall frühzeitig mit der Planung und Organisation beginnen. Steht schon ein Wunschland und einige Wunschuniversitäten fest, so müssen die jeweiligen Homepages gründlich durchsucht werden, um alle nötigen Zulassungsvoraussetzungen zu kennen und mögliche Schwierigkeiten von vorne herein mit einplanen zu können.

Da die Bewerbungsfristen vor allem für internationale Studenten oft schon sehr früh liegen, bietet es sich auch an, erst ein Jahr später mit dem Studium zu beginnen. Dieses Jahr kann dann für zusätzliche Tests und Nachweise oder auch Sprachkurse dienen. Wer von Anfang an ein erfolgreiches Studium absolvieren möchte, sollte sich sicher sein, in der jeweiligen Sprache die nötigen Kenntnisse mitzubringen. Dabei sollte klar sein, dass ein akademisches Sprachlevel nicht unbedingt durch Schulunterricht gegeben werden kann.

Die Finanzierung des Auslandsaufenthaltes stellt einen weiteren nicht zu unterschätzenden Punkt dar. Die Lebenshaltungskosten sind oft höher als hier in Deutschland und zu Wohnung, Nahrungsmittel und anderen Alltagsausgaben kommen Studiengebühren, welche oft deutlich höher sind als bei uns. Finanzielle Unterstützung kann man durch Stipendien oder Bildungsfonds bekommen. Es lohnt sich hierfür die Seite des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) zu besuchen. Oft werden dort Förderprogramme oder Stipendien angeboten, auf die man sich bewerben kann. Weitere Stipendien können von den Bundesländern oder von Privatpersonen oder privaten Stiftungen vergeben werden.

Die Bewerbung

Stehen das Land und die Universitäten fest und sind alle nötigen Voraussetzungen erfüllt, kommt der nächste große Block auf dem Weg zum Auslandsstudium.

Die Bewerbungen erfolgen meistens direkt über die Universität oder Hochschule, doch in manchen Ländern wie zum Beispiel Spanien gibt es auch eine zentrale Studienplatzvergabe. In diesem Fall muss man sich meist ein Konto bei der Vergabestelle freischalten lassen.

Erfolgt die Bewerbung direkt an der jeweiligen Universität, sollte man gut darauf achten, welche Unterlagen benötigt werden. Dies kann von Hochschule zu Hochschule sehr unterschiedlich aussehen. Zudem gibt es für internationale Studierende zusätzliche Unterlagen, welche beigelegt werden müssen. Dazu zählt etwa ein Transcript of Records also die Übersetzung des Abschlusszeugnisses und gegebenenfalls Sprachnachweise wie etwa den TOEFL – Test für die USA oder Kanada.

Gut ist es, nach Versenden der Unterlagen mit der Universität Kontakt aufzunehmen. Oft gibt es zuständiges Personal, welches einem die Vollständigkeit der Unterlagen bescheinigen kann. Besonders ärgerlich wäre es nämlich, etwas zu vergessen und deswegen den Platz nicht zu bekommen. Gerade bei Bewerbungen im Ausland sollte daher auch nicht bis zum letzten Tag der Frist gewartet werden. Besser ist es, alles so früh wie möglich zu schicken, dann hat man im Notfall noch genug Zeit, Dinge nachzureichen.

Was vor dem Studienbeginn noch zu beachten ist

Wer es tatsächlich geschafft hat und den heiß ersehnten Platz an der ausländischen Universität bekommen hat, kann sich natürlich erst einmal freuen. Doch vor der Abreise gilt es noch zahlreiche andere Dinge zu klären.

Wichtig ist natürlich, in der neuen Heimatstadt eine Wohnung zu finden. Dies kann je nach Größe der Stadt unterschiedlich schwierig sein. Am besten ist es, sich direkt mit der Bewerbung für einen Wohnheimplatz der jeweiligen Universität zu bewerben. Oft sind die Studentenwohnungen direkt am Campus gelegen und man lernt schnell neue Leute kennen, teilt sich vielleicht sogar ein Zimmer. Wer nicht auf Dauer dort bleiben möchte, kann sich dann vor Ort nach einer eigenen Wohnung umschauen, was in den meisten Fällen einfacher ist als von zu Hause aus.

Einen weiteren wichtigen Punkt stellen Versicherungen dar. Bei einem Wohnortwechsel ins Ausland greift die deutsche Versicherung nicht mehr und gerade bei einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt ist es unbedingt notwendig, eine zusätzliche Krankenversicherung und Ähnliches abzuschließen. In den meisten Ländern ist die medizinische Versorgung deutlich teurer als in Deutschland und es gibt sehr viel höhere Eigenanteile für die Patienten. Da ein Aufenthalt im Ausland für Studenten meist sowieso schon sehr teuer ist, sollte hier nach einer passenden Versicherung geschaut werden, die die Arztkosten im Ausland übernimmt. Auslandskrankenversicherungen stellen hier eine oft gewählte Alternative dar. Sie können in der Regel mit der Laufzeit an das Studium angepasst werden und übernehmen alle notwendigen Leistungen sowie gegebenenfalls einen Rücktransport ins Heimatland.

In vielen Ländern ist auch die Visumspflicht ein nicht zu unterschätzender Punkt. Wer für eine so lange Zeit im anderen Land leben möchte, muss frühzeitig die nötigen Unterlagen beantragen und zum Beispiel die Zulassungsbestätigungen der Universität vorlegen. Im europäischen Ausland läuft dies meist noch sehr flüssig und problemlos, doch für Länder wie die USA oder China sollte man mit mehr Schwierigkeiten und bürokratischen Hindernissen rechnen.

Sind alle Hindernisse überwunden steht einer tollen Zeit voller unvergesslicher Erfahrungen nichts mehr im Wege.

 
 

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