Leistungen der Krankenkassen in der Schwangerschaft

Leistungen der Krankenkassen in der SchwangerschaftEs ist eines der wichtigsten Ereignisse im Leben eines Paares und im Leben einer Frau: Die Geburt des eigenen Kindes. Schon vor der Geburt ändert sich vieles für die werdende Mutter, der Körper hat andere Bedürfnisse und Wehwehchen. Es ist unerlässlich mit dem eigenen Wohlbefinden sehr bewusst umzugehen, damit dem Nachwuchs die beste Entwicklung gewährleistet wird.

Alle Veränderungen im Körper der Schwangeren werden durch den erhöhten Hormonausstoß verursacht. Der Organismus läuft auf Hochtouren, die Organe arbeiten zusätzlich für die Versorgung des Kindes. Dessen Wachstum belastet Knochen und Gelenke. Verschiedene kleinere und größere Beschwerden können auftreten. Dazu kommt die psychische Belastung: Jede Mutter hat Angst um Ihr Kind und so manche kleine gesundheitliche Unannehmlichkeit wird zum Auslöser von Panikattacken. Gerade beim ersten Kind sind viele junge Frauen unsicher und suchen ärztlichen Rat. Generell sind Medikamente – auch auf pflanzlicher Basis – tabu, wenn sie der Schwangeren nicht vom Arzt verschrieben wurden. Dieser Umstand erhöht die Anzahl der Arztbesuche neben den notwendigen Vorsorgeterminen beim Frauenarzt. Die Kosten der ärztlichen Versorgung während der Schwangerschaft übernimmt in der Regel die Krankenkasse.

Im Buch 5 des Sozialgesetzes sind alle rechtlichen Grundlagen für die gesetzliche Krankenversicherung geregelt. Es enthält allerdings keine Informationen darüber, was einer Schwangeren an Leistungen zusteht. Dieses Kuriosum wird damit begründet, dass die Schwangerschaft, Geburt und die Versorgung des Neugeborenen nicht als Krankheit oder krankheitsbedingt eingestuft werden. Trotzdem muss sich keine werdende Mutter Sorgen um die Versorgung ihres Nachwuchses machen. Die gesetzlichen Krankenkassen sind verpflichtet alle notwendigen Leistungen zu zahlen.

Dazu gehört unter anderem der Arztbesuch, bei dem die Schwangerschaft festgestellt wird. Teststreifen und Ultraschall sind stets Teil der Versicherungsleistungen. In der Zeit bis zur Geburt werden bis zu 13 Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen übernommen. Zu Beginn finden diese alle 4 Wochen statt, in den letzten 2 Monaten alle 14 Tage. Allerdings schließen diese Untersuchungen nur bis zu 3 Ultraschalluntersuchungen mit ein. Bei Risikoschwangerschaften wird die Anzahl auf bis zu 6 erhöht. Wer nicht zur Risikogruppe gehört, ist natürlich froh, aber wer sein Kind beim Wachsen genauer beobachten will, zahlt die Untersuchungen aus eigener Tasche. Einige Ärzte bieten auch 3D Bilder des Fötus an, welche ebenfalls nicht von der Kasse gezahlt werden.

Während der Schwangerschaft werden alle vom Arzt verschriebenen Medikamente gegen Schwangerschaftsbeschwerden ohne Zuzahlung zur Verfügung gestellt Auch Krankengymnastik und Massagen zur Linderung von Gelenk- und Rückenschmerzen können für die Mutter verschrieben werden. Mit Krankenversichertenkarte und Mutterpass kann jede Schwangere zum Arzt oder zu einer Hebamme gehen. Ab dem sechsten Monat können werdende Mütter einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen. Es gibt verschiedene Studien die belegen, dass die Einbindung des werdenden Vaters in die Geburtsvorbereitungen für die Familienbindung wertvoll ist. Allerdings zahlen nicht alle Kassen die Teilnahme des Vaters am Vorbereitungskurs und eine vorherige Absprache mit der Krankenkasse ist ratsam.

Für viele Schwangere, gerade Erstgebärende, ist die Hebamme eine wichtige medizinische und seelische Unterstützung. Sie gehört zum gesetzlichen Anspruch der Schwangeren und kann ab dem Tag der Feststellung der Schwangerschaft in Anspruch genommen werden. Bis zu 8 Wochen nach der Geburt steht sie mit Rat und Tat zur Seite und begleitet die Schwangere in die Mutterschaft. Eine Hebamme kann die Geburt durchführen. Wer sein Kind in den eigenen vier Wänden bekommen möchte, kann dies mithilfe der Hebamme realisieren. Aber auch bei der Geburt im Krankenhaus ist die Hebamme dabei und hilft der Gebärenden als Vertrauensperson. Für die Geburt selbst sind aber die Hebammen der jeweiligen Klinik zuständig.

Nach der Geburt kommt die Hebamme in den ersten zehn Tagen täglich vorbei und betreut die Mutter und das Kind im Wochenbett. Sie betreut die Kontrolle der Rückbildung und Heilung von Gebärmutter und Geburtskanal, leitet Wochenbettgymnastik an und gibt generelle Tipps zu Pflege und Umgang mit dem Kind. Auch das Stillen und die Beratung bezüglich der Ernährung während der Stillzeit fällt in den Betreuungsbereich der Hebamme. Sie kann mit ihrer Erfahrung und ihrem Fachwissen den Entwicklungszustand des Kindes beurteilen und so den frischgebackenen Eltern helfen, die Gesundheit des Kindes richtig einzuschätzen. Nach den ersten 10 Tagen zahlt die Kasse innerhalb von 8 Wochen noch 16 Besuche der Hebamme.

Sollten Stillprobleme auftreten, steht die Hebamme noch viermal zusätzlich zur Verfügung. Alle darüber hinausgehenden Besuche einer Hebamme muss der behandelnde Arzt der Schwangeren verschreiben, wenn die Krankenkasse die Kosten übernehmen soll. Auch wenn es eine Fehlgeburt gab oder das Kind tot geboren wird, steht der Schwangeren die Wochenbettbetreuung in vollem Umfang zu. Die Hebamme ist in diesem traurigen Fall oft die psychologische Betreuung. Durch Ihre Erfahrung mit derartigen Situationen kann sie helfen, die Trauerarbeit zu beginnen und den Verlust zu bewältigen.

Generell zahlt die Kasse alle Leistungen der Hebamme. Viele Hebammen bieten eine Rufbereitschaft rund um die Uhr an, diese ist allerdings mit einer pauschalen Extrazahlung verbunden. Die Kosten dafür zahlt in der Regel die Schwangere. Diese Leistungsvereinbarungen sind Teil des Vertrages zwischen dem Deutschen Hebammenbund, dem Bund freiberuflicher Hebammen und den Spitzenverbänden der Krankenkassen.

Die Entbindung im Krankenhaus zahlt natürlich die Krankenkasse. Bis zu sechs Tage nach der Geburt kann die neue Mutter im Bedarfsfall bleiben und zahlt auch nicht den üblichen Tagessatz. Wenn das Krankenhaus über besondere Einrichtungen für die Geburt verfügt, beispielweise ein Wasserbecken für Wassergeburten, dann sind diese ebenfalls in den Leistungen der Krankenkasse eingeschlossen.

Manche Krankenhäuser bieten Geburtssuiten mit Luxusausstattung an. Diese zahlt man entsprechend extra aus eigener Kasse. Ebenfalls eine Zusatzleistung ist die Unterbringung im Einzel- oder Zweibettzimmer nach der Geburt oder eine Chefarztbehandlung der Schwangeren. Über Zusatzversicherungen gibt es die Möglichkeit die Versorgung der werdenden Mutter zu optimieren.

 
 

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