Gutenbergs Kunst – Vergangenheit?

Gutenbergs Kunst – VergangenheitLaut dem US-Magazin Time-Life ist es die bedeutendste Erfindung des 2. Jahrtausend und das ebenfalls US-amerikanische A&E Network wählte den Erfinder selbst zum Mann des Jahrtausend. Johannes Gutenberg erfand um das Jahr 1450 herum in Mainz den Buchdruck.

Es heißt, das jede große Erfindung ihre Zeit hat und Gutenbergs Idee vom maschinellen Buchdruck fiel in eine Zeit der beginnenden Aufklärung, in der sich vor allem die mächtige Kirche trotz ihres Monopols auf die Abschriften der Bibel zurückhielt. Vielleicht würde unsere heutige Welt völlig anders aussehen, wären Gutenbergs Ideen zu einem früheren Zeitpunkt entstanden und von den Kirchenvätern gleich kassiert worden.

Spekulationen dieser Art sind natürlich müßig und das Erbe Gutenbergs sind ungeheure Mengen an Druckwerken der verschiedensten Art. So werden allein in diesem Jahr weltweit etwa 2.450.000 Bücher veröffentlicht. Das ist die Anzahl der Veröffentlichungen, nicht die der dahinter stehenden, noch viel größeren Zahl der jeweiligen Auflagen. Jeden Tag erscheinen weltweit rund 270.000 Millionen Zeitungen, gleichzeitig liegt die Zahl der täglich verkauften Fernseher bei rund 400.000 Stück und etwa 3 Millionen Handys oder Smartphones gehen auf allen Kontinenten pro Tag über die Ladentheke.

Das eine hängt mit dem anderen zusammen, denn letztlich führte Gutenbergs Erfindung zu einer breiteren Volksbildung, mehr Information und damit einem allgemeinen Basiswissen, aus dem in den 1960er-Jahren auf einem Campus einer US-Universität das erste, noch recht beschränkte, Internet entstand. Doch ist das Internet das Ende des Buchdrucks? Das Ende aller Druckwerke? Wird die Zukunft durch digitales Papier bestimmt?

Nein, denn so ist der Mensch nicht gestrickt. Ein einfaches Beispiel gefällig? Autos lösten im vergangenen Jahrhundert Pferde und Pferdekutschen ab, doch laut Statistik gibt es heute mehr Reitpferde als in der Präautomobilen Ära, einfach weil Pferde schön sind. Ähnlich verhält es sich mit Computern, Internet und Büchern. Auch das eleganteste Tablet wird nie den Stil und die Haptik etwa eines schönen Bildbandes erreichen. Der Geruch und die Geräusche. Das Gefühl des Einbandes und die Schwere der Informationen und Geheimnisse, die das Buch in sich birgt. Tatsächlich gedruckte Informationen besitzen eine höhere Wertigkeit, schon aus dem Umstand heraus, das sie nicht mit einem Knopfdruck gelöscht werden können. Bücher und andere Druckwerke bleiben bestehen und lesbar, im Gegensatz etwa zu CDs oder Speicherkarten, deren vorhergesagte Lebensdauer regelmäßig kräftig unterschritten wird. Das gilt für Bücher oder bibliophile Marksteine des Lebens wie etwa eine Abi-zeitung. Auf dieser Seite mehr dazu.

 
 

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